Die User Experience (UX) ist unter anderem abhängig vom User Interface (UI) – und doch sind beide Komponenten nicht miteinander zu vergleichen. Was genau eine gute Nutzererfahrung auf klassischen Webseiten und ihrem mobilen Gegenstücken ausmacht und wie sich gutes von schlechtem UX-Design abgrenzt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist UX-Design?

Etwas abstrakt ausgedrückt handelt es sich bei der User Experience um den Entwicklungsprozess, der am Ende Produkte abliefert, die den Nutzer möglichst intensiv fesseln. Gutes UX-Design zielt daher darauf ab, den Zufriedenheitsgrad des Nutzers zu verbessern – sei es etwa durch ganz einfachen Spaß an der Nutzung der Anwendung, durch eine gute Usability oder auch durch eine schnelle Zugänglichkeit (wozu beispielsweise auch barrierefreie Apps zählen, die behinderte Nutzer ebenfalls in die Gleichung einberechnen).

Analyse des Bedarfs

Um eine hervorragende Userexperience auch umzusetzen, ist zunächst eine Bestandsaufnahme der Probleme notwendig. Daher gilt es, die Bedürfnisse der Kunden zu kennen. Ein Beispiel: Eine App bietet viele verschiedene Funktionen, aber eine Analyse der Nutzerdaten zeigt an, dass die Nutzer vorrangig mit einem ganz bestimmten Feature interagieren. Jenes Feature ist jedoch recht kompliziert zu erreichen, indem sich der Nutzer durch einige Menüs hangelt, bevor er oder sie am Ziel angekommen ist.

Die Lösung des Problems: Unsere beispielhafte, heiß begehrte Funktion wird einfacher zugänglich gemacht – etwa direkt von der Startseite der App aus. Die Nutzer werden mit der App nun zufriedener interagieren, da sie schneller das erreichen, was sie eigentlich suchen. Mit anderen Worten: Gutes UX-Design ist geboren. Dieses Beispiel lässt sich nicht nur auf eine App anwenden, sondern auch auf Webseiten, klassische Desktop-Programme oder auch Spiele. Eine exzellente User Experience kennt keine Grenzen.

Interaktion ist das Stichwort

Ziel des UX-Designs ist es daher immer, die Interaktion zwischen Computer und Mensch zu vereinfachen. Wo genau das stattfindet, ist unerheblich. In einem Spiel können bestimmte Features einfacher erreichbar gemacht werden, ein Onlineshop verbessert den Check-Out-Prozess im Warenkorb, eine Webseite passt das Layout nach vielen Jahren Inaktivität endlich an mobile Geräte an, ein Nachrichtenportal liefert News neuerdings zu personalisierten Themen aus und so weiter.

Praktisch an der Optimierung der Nutzererfahrung ist außerdem, dass beide Seiten profitieren: Der Betreiber der Webseite oder App bekommt mehr Kunden, was wiederum höhere Umsätze durch Verkäufe oder Werbung oder schlichtweg mehr Reichweite bedeutet. Die Kunden hingegen interagieren häufiger und zufriedener mit dem Produkt. Es gibt keine Verlierer.

Wichtige Fragen in Bezug auf UX-Design

Einige wenige Fragen reichen aus, um die User Experience auf den richtigen Pfad zu bringen: Entwickele ich ein Produkt, das dem Nutzer einen Mehrwert liefert? Ohne einen Mehrwert kann das Produkt per Definition keine gute Nutzererfahrung aufweisen. In diesem Zusammenhang kann es auch nicht schaden, einen externen, objektiven Blick auf das Produkt einzufordern – denn die subjektive Perspektive ist oft ein wenig zu optimistisch und damit nicht realitätsnah.

Die zweite Frage könnte lauten, ob die Bedienung des Produkts für den Nutzer einfach und intuitiv abläuft. Über die Jahre haben sich einige Formen der Bedienung als Standard etabliert, sowohl in Webseiten als auch Apps beispielsweise. Daran sollte sich auch das neue Produkt wahrscheinlich wenigstens in seinen Grundzügen orientieren. Dann öffnet der Nutzer nämlich die App oder Webseite und weiß sofort, wie er damit zu interagieren hat – ein Vorteil.

Zuletzt kann es auch nicht schaden, einfach nach dem Spaß zu fragen, den der Nutzer bei der Nutzung des Produkts empfindet – vor allem bezogen auf Spiele, aber Webseiten und Apps sind davon nicht ausgenommen. Klar: Nicht jedes Angebot muss für sich Freude bereiten – aber die Bedienung sollte in jedem Fall auf eine gewisse Weise Spaß machen. Findet der Nutzer schnell, was er sucht, kommt das einer Freude an der Bedienung gleich, und das mag jeder Anwender.

Warum werden UX und UI so oft verwechselt?

Was bedeutet UX und UI? Ist das nicht eigentliche dasselbe, nur anders ausgedrückt? Nein, in keinem Fall, wenngleich ein tolles User Interface meistens die User Experience direkt beeinflusst. Der Prozess läuft allerdings anders ab: Die Designer der Nutzererfahrung werden registrieren, dass irgendetwas mit ihrem Produkt nicht stimmt – und es kann gut sein, dass dies etwas mit dem Interface zu tun hat. Vielleicht ist es zu verschachtelt aufgebaut, vielleicht ist die Farbwahl für die Buttons katastrophal, vielleicht sind die Schaltflächen auch viel zu klein und damit kaum zu bedienen – oder auf mobilen Geräten ist die Nutzung des Angebots kaum möglich, da nicht für Smartphone & Co. optimiert wurde.

All das sind Baustellen, welche die Userexperience negativ beeinflussen. Gleichzeitig können die UX-Designer darauf aber auch keinen Einfluss nehmen, ohne dass die UI-Designer eingreifen. Neue Buttons zu designen, Farben und Formen zu ändern oder Menüs zu entschlacken, liegt im Aufgabenbereich der Interface-Designer. Diese bekommen ihre Aufgaben von den UX-Designern und setzen sie dann um. Anders ausgedrückt könnte man zum Thema UX UI sagen: Ja, gutes UI-Design beeinflusst die Nutzererfahrung wirklich erheblich, aber es ist im Kern betrachtet eben doch eine ganz andere Baustelle, die von einem anderen Entwicklerteam angegangen wird.

Warum User Experience von großer Bedeutung ist

Der Stellenwert der Nutzererfahrung war nicht immer so hoch wie heute. In den Anfangszeiten des breit verfügbaren Internets – nehmen wir dafür vielleicht das Ende der 1990er Jahre – war der Konsum der Webseiten eine sehr passive Angelegenheit. Angeschaut wurden sie an einem Computer oder vielleicht Notebook, andere Geräteklassen gab es nicht oder sie spielten keine Rolle. Interaktionsmöglichkeiten waren kaum gegeben, vielmehr waren Webseiten ein Sammelsurium von Informationen in Text- oder Bildform. An gestreamte Videos war allein schon aufgrund von Bandbreitenlimitierungen nicht zu denken.

Jetzt, 20 Jahre später, ist das Web 2.0 mit YouTube & Co. der Standard. Webseiten sollen überall gut aussehen – auf Smartphones, Notebooks, Desktop-PCs, Tablets, Konsolen, Smart-TVs und anderen Geräten. Die Interaktionsmöglichkeiten sind gestiegen, aber jene Interaktion macht nur dann Freude und führt nicht zu Frust, wenn der Nutzer ansprechend durch das Produkt geführt wird – und damit das klappt, ist eben eine durchdachte Nutzererfahrung von großer Bedeutung. Die gestiegenen Anforderungen tragen somit ebenfalls einen Großteil der „Schuld“, wenn es um die Entwicklung der Bedeutung der Nutzererfahrung geht.

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